Bereits im Herbst 2025 hatte der TüBus-Aufsichtsrat entschieden, einen verstärkten Fokus auf den digitalen Ticketverkauf zu legen. Digitale Fahrscheine, wie sie mit dem Deutschlandticket oder auch im neuen naldo-Ticketshop per App zur Verfügung stehen, sind die deutlich modernere und flexiblere Variante gegenüber Automaten-Fahrscheinen – zumal deren Bedienung im vollbesetzten Bus während der Fahrt auch zur Herausforderung werden kann. Ob für spontane Fahrten oder im Voraus: Einzelfahrscheine und Tages- bzw. Gruppentagestickets lassen sich nach dem Start des neuen naldo-Ticketshops äußerst komfortabel in der naldo-App direkt kaufen.
Darüber hinaus verzeichnet TüBus seit Längerem eine stark rückläufige Nutzung der mobilen Ticketautomaten. Hinzu kommt die Reparaturanfälligkeit der Automaten: Durchschnittlich 1.200 Reparatureinsätze gibt es pro Jahr für die Techniker vom TüBus an diesen Automaten, was hohe Betriebs-, Wartungs- und Personalkosten für TüBus verursacht. Die erwartete Kostenreduzierung, wenn einmal alle mobilen Automaten ausgebaut sind, hat für TüBus daher auch einen positiven finanziellen Effekt. Zumal das Defizit der ÖPNV-Sparte der swt kontinuierlich angestiegen ist.
Ab 2027 baut TüBus schrittweise die Fahrscheinautomaten aus den Bussen aus. Bis 2030 soll der Prozess abgeschlossen sein. Die 20 neuen Elektrobusse, die dieses und nächstes Jahr in die TüBus-Flotte aufgenommen werden, haben bereits keine Fahrscheinautomaten mehr an Bord. Fahrscheine können digital im Ticketshop der naldo-App oder im naldo-Online-Shop erworben werden. Das Fahrscheinsortiment der Verkaufsstellen und an stationären Automaten im Stadtgebiet bleibt bestehen. Dort gibt es nach wie vor beispielsweise 4er-Karten zu kaufen und es ist dort auch weiterhin Barzahlung möglich. Ob digitales oder Papierticket: Bei den regelmäßigen Fahrscheinkontrollen muss ein gültiger Fahrschein vorgezeigt werden.
Kurzstreckentarif im Stadttarif Tübingen fällt weg
Auch das Ticketportfolio insgesamt soll vereinfacht und übersichtlicher werden. Der TüBus-Aufsichtsrat hat deshalb beschlossen, den Kurzstreckentarif im Stadttarif Tübingen ab der nächsten Tarifanpassung nicht mehr anzubieten. Einzelfahrscheine, Tagestickets und 4er-Karten bleiben weiterhin im Angebot.
Seit der Einführung des Deutschlandtickets ist der Umsatz bei den Kurzstrecken-Fahrscheinen um über 40 Prozent zurückgegangen. Durch das D-Ticket verlieren Gelegenheitsfahrscheine – und damit auch Kurzstreckenfahrscheine – immer mehr an Bedeutung. Die administrativen Kosten, ein Kurzstreckenticket in verschiedenen Systemen zu hinterlegen, ist zunehmend unverhältnismäßig hoch.

