Ein historisches Straßenfahrzeug, das auf einer gepflasterten Straße fährt. Im Inneren des Fahrzeugs sind mehrere Personen zu sehen, während die Vorderseite eine klare Sicht auf die Fahrersitze bietet. Auf jeder Seite des Fahrzeugs stehen Straßenlaternen. Am Straßenrand versammeln sich eine Gruppe von Kindern und Erwachsenen, die das Fahrzeug neugierig beobachten. Im Hintergrund sind einige Häuser und Bäume sichtbar, die eine ländliche Umgebung darstellen.

Der TüBus und seine Geschichte

2025

Erstmals in seiner Geschichte muss der TüBus das Angebot einschränken. Die Verluste der ÖPNV-Sparte sind auf rund 8 Millionen Euro gestiegen, mehr als die Stadtwerke verkraften können. Auch die Universitätsstadt kann wegen angespannter Haushaltslage bestimmte Förderungen nicht mehr leisten. Um eine Million Euro pro Jahr einzusparen, werden ab April erste Kürzungen wirksam, ein zweiter Schritt folgt zum Fahrplanwechsel im Dezember. Betroffen sind vor allem weniger nachgefragte Linien, die ausgedünnt werden oder im Abendverkehr entfallen. Der Ferienfahrplan gilt nun an allen schulfreien Tagen. Ab Dezember beginnt der Abendverkehr eine Stunde früher.

Da die schadhafte Alleenbrücke nur noch von Kleinbussen befahren werden darf, werden die Linien 2 und 6 neu organisiert.

Die Umstellung auf Elektroantriebe geht voran: Inzwischen fahren 27 TüBusse von 82 rein elektrisch. Die geplante weitere Beschaffung wird reduziert bzw. hinausgeschoben. Die notwendige Lade-Infrastruktur ist in Planung.

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2024

23 Millionen Fahrgäste im Jahr 2024: ein Rekord, der auch die Zahlen aus den Vor-Corona-Jahren übertrifft – und ein Effekt des vergünstigten Deutschlandtickets Tübingen. Die Universitätsstadt bezuschusst es weiterhin, die Zahl der Abonnenten steigt auf 26.000 und verringert sich trotz sinkender Zuschüsse kaum. Sehr gute Ergebnisse erzielt TüBus beim bundesweiten ÖPNV-Kundenbarometer: Für die reibungslose Umsetzung des D-Tickets gibt es Platz 1.

Neue Abfahrts-Anzeiger bringen mehr Klarheit für Fahrgäste. Die „Dynamische Fahrgast-Information“ meldet Abfahrten in Echtzeit und ebenso, wenn ein Bus ausfällt. Bisherige SAM-Linien (Sammel-Anruf-Mietwagen) werden durch reguläre Fahrten ersetzt.

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2023

Ab April lässt das vergünstigte Deutschlandticket Tübingen die Fahrgastzahlen wieder auf Vor-Corona-Niveau steigen. Gut 19.000 D-Ticket-Abos werden Ende des Jahres im Abo-Center verwaltet.

Vier E-Solobusse und sechs E-Gelenkbusse von MAN gehen in Betrieb. 19 vollelektrische Busse gehören nun zur TüBus-Flotte, die Förderung für 40 weitere ist zugesagt. Auf dem Betriebshof der Firma Kocher im Unteren Wert entstehen 17 Ladepunkte.

Beim ÖPNV-Kundenbarometer schneidet der TüBus hervorragend ab, erreicht bundesweit den dritten Platz in „Globalzufriedenheit“ und sogar Platz eins fürs Umwelt-Engagement.

Vier Jahre lang war der Europaplatz mit dem Omnibusbahnhof (ZOB) Tübingens größte Baustelle. Ende Juli wird er mit einem Bürgerfest eröffnet: Übersichtlicher, sicherer und barrierefrei erleichtert er Fahrgästen auch das Umsteigen zwischen Bus und Bahn. Damit endet die mehr als zweijährige Umleitung der Linien in die Südstadt. Mehr zum ZOB, seinem Umbau und seiner Geschichte gibt es im Blog!

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Ende der Dauerbaustelle und Umleitungen: der neue ZOB ist eröffnet.

2022

Nach zwei Pandemie-Jahren schaffen Stadt und Stadtwerke neue Anreize fürs Busfahren: kürzere Wartezeiten, optimierte Linien, Verzicht auf Preiserhöhung, weiterhin ticketfreie Samstage. Für den flächendeckend dichteren Takt schießt die Universitätsstadt 1,2 Millionen Euro zu und übernimmt 200.000 € Ausgleichszahlungen an naldo für eine „Nullrunde“ bei Ticketpreisen.

Die Energiekrise infolge des Ukraine-Krieges lässt die Kraftstoffkosten steigen. Ein landesweites Jugendticket wird eingeführt, von Juni bis August gilt bundesweit ein 9-Euro-Ticket. Die Stadtwerke folgen einem Aufruf der Münchner Verkehrsbetriebe und spenden einen TüBus für Kiew.

Die Bauarbeiten am Omnibusbahnhof (ZOB) sorgen für kurvenreiche Umleitungen. Im Juni wird die PKW-Tiefgarage fertig und die neue Fahrbahn für die TüBusse freigegeben.

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Großbaustelle Europaplatz, Bereich Tiefgarage 2021

2021

Corona prägt den Alltag mit Trennscheiben und Maskenpflicht in den Bussen, mit immer wieder geänderten Fahr- und Dienstplänen. Die TüBus-Flotte wird umweltfreundlicher: Sieben neue Hybrid- und zwei weitere E-Busse kommen dazu. Die Mild-Hybrid-Gelenkbusse von MAN verfügen über die beste erhältliche Technik. Ein intelligentes Energiemanagement macht sie effizienter und optimiert den Kraftstoffverbrauch. Ein kleiner Elektromotor fungiert in Schubphasen und beim Bremsen als Generator (Lichtmaschine) und umgekehrt als Anlasser. Der gespeicherte Strom versorgt das 24-V-Bordnetz. So wird der Verbrennungsmotor während der Fahrt entlastet und im stehenden Fahrzeug ausgeschaltet.

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MAN-Gelenkbus vor der Neuen Aula. (Foto: MAN/Pforr)

2020

Während der Corona-Pandemie sind die Busse „systemrelevant“. Es gelten Schutzmaßnahmen, Abstandhalten, Maskenpflicht. Der Nachtbus wird eingestellt, zu den Kliniken gibt es Verstärkerfahrten, Fahrpläne werden ständig angepasst. Die Fahrgastzahlen sinken von 20,7 Millionen 2019 auf rund 14 Millionen, Einnahmen brechen weg.

Neue Fahrscheinautomaten bringen mehr Komfort und moderne Bezahlmethoden in die TüBusse. Ergänzt werden sie durch neun stationäre Automaten an viel genutzten Haltestellen. Auch das neue Leitsystem geht in Betrieb. Es sorgt für präzisere Fahrtgastinformationen, bessere Steuerung durch die TüBus-Leitstelle und schnellere Kommunikations- und Reaktionsmöglichkeiten.

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Nach 20 Jahren bekommen alle TüBusse neue Fahrscheinautomaten.

2019

Start in ein neues TüBus-Zeitalter: Der erste rein elektrische Linienbus feiert Premiere in Tübingen. Das Modell eCitaro von Mercedes Benz hat im Test überzeugt und auch die steilen Passagen im Stadtgebiet gemeistert. Für den Betrieb des ersten Elektrobusses wurden am Betriebshof eine Lade- und Trafostation errichtet.

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Design: auffällig, Geräuschpegel: dezent. Der erste reine Elektrobus in Tübingen ist ein eCitaro.

2018

An Samstagen können Fahrgäste nun kostenlos mitfahren: Der "ticketfreie Samstags-TüBus" startet im Februar. Während der Sanierung des zentralen Parkhauses Altstadt-Mitte soll das Angebot den Umstieg vom PKW auf den TüBus erleichtern. Ein Hybrid-Solobus des Herstellers VOLVO kommt zur TüBus-Flotte dazu. Vier weitere sind bestellt. Mit dem Retro-Bus bietet TüBus nun einen echten Oldtimer zum Mieten für Events, Sonderfahrten und besondere Anlässe an.

Bild: Echte Hingucker: Zwei Neuzugänge in der Busflotte der Stadtwerke

Ein Schmuckstück im Hippie-Look: der Retro-Bus der Stadtwerke Tübingen.

2017

Die Stadtwerke feiern 90 Jahre Stadtbus mit einem großen Fest am Omnibusbahnhof. Einführung von 9-Uhr-Monatskarten und Handytickets. In der swt-Zentrale wird das neue Kundencenter mit naldo Abocenter eröffnet. Die letzten Fahrzeuge mit Euro 3 werden ausgemustert. Tests mit Elektrobussen werden fortgesetzt. Zwei Hybrid- (diesel-elektrischer Antrieb) sowie drei Leichtbaubusse ergänzen die TüBus-Flotte. Das Projekt "Busbevorrechtigung" ist abgeschlossen: Alle von den TüBussen angefahren Ampeln werden nun beeinflusst. Zum Fahrplanwechsel wird das Nachtbusangebot ausgebaut – ab jetzt fahren die TüBusse jede Nacht.

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2016

Einführung des Jobticket-Modells „Zuschuss“ und des Online-Semestertickets. Erstmalig wird Mobilitätstraining für Senioren angeboten. Der Stadtverkehr Tübingen (SVT) wird in „TüBus“ umbenannt. Rund 20,4 Mio. Fahrgäste fahren mit.

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2015

Die Stadtwerke erwerben elf neue Fahrzeuge. Der Technologiepark „Obere Viehweide“ wird erschlossen. Die Fahrscheinautomaten bekommen eine bedienerfreundlichere Oberfläche. Am Hauptbahnhof erleichtern Relief-Buchstaben das Erkennen der Haltestellen.

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2014

Das Universitätsklinikum (UKT) startet eine Initiative für Jobtickets. Neue Buslinien zur besseren Anbindung der Kliniken (Klinikexpress), des Gewerbegebiets Hirschau und des Wohnviertels „Alte Weberei“ werden eingeführt. Die Haltestellen bekommen QR-Codes zur Echtzeitauskunft über das Smartphone. Die Anzeigen der Busse werden im Rahmen des barrierefreien Stadtverkehrs auf allen Linien durch Symbole ergänzt. Der Stadtverkehr übernimmt das Sicherheitstraining zum Busfahren für 5. Klassen in Tübingen.
 

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Der Klinikexpress X15

2013

Die Busbevorrechtigung an 77 Ampelanlagen macht die TüBusse pünktlicher. Eine Altstadtlinie durch Pfleghofstraße, Lange Gasse und Hintere Grabenstraße wird nach der Testphase wieder eingestellt. Einführung des Handytickets Touch&Travel. Die Stadtwerke schaffen drei Gelenkbusse der neuesten Abgasnorm Euro 6 an.
 

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Bei heranfahrenden Stadtbussen schaltet die Anzeige auf "A".

2012

Kooperation zwischen Bahn und Bus zur Anschlusssicherung am Hauptbahnhof. Die Stadtwerke führen erste Testfahrten mit Elektrobussen durch, die an der Tübinger Topographie scheitern. Das Klinikum erhält eine Anzeigetafel mit Fahrgast-Informationen.

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2011

Die neugegründete TüBus GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke (heute Stadtwerke Tübingen Verkehrsbetrieb), erbringt nun mit 38 Bussen den überwiegenden Teil der Verkehrsleistungen im Stadtverkehr Tübingen. Weiterhin sind die Firmen Kocher und Schnaith beteiligt. Die Leitstelle in der Düsseldorfer Straße koordiniert den Busverkehr.
 

2009

Sechsmonatige Sperrung der Mühlstraße wegen Sanierungsarbeiten. Fast alle Linien des Stadtverkehrs werden über den Schlossbergtunnel umgeleitet. Drei extralange Capacity-Busse für bis zu 180 Personen sind nun auf den stark nachgefragten Strecken unterwegs. Die dynamische Fahrgastinformation wird installiert. Sie zeigt den Fahrgästen an den Haltestellen die nächsten ankommenden Busse in Echtzeit an.

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Dynamische Fahrgastinformation an der Haltestelle Friedrichstraße

2008

Verlängerung der Linie 7 von Pfrondorf über den Hauptbahnhof ins neu gestaltete Französische Viertel.

2006

Der Stadtverkehr Tübingen (SVT) wird als Abteilung in die Stadtwerke Tübingen GmbH integriert. Inzwischen gibt es 37 Buslinien, die von rund 17,5 Millionen Fahrgästen im Jahr genutzt werden. Die BG-Klinik führt das Jobticket ein. 
 

2004

Das Projekt "Busbevorrechtigung" beginnt. Durch die Beeinflussung der Ampelschaltung sollen die Busse im Stadtverkehr schneller und pünktlicher werden.

2003

Teile des Landkreises Rottweil und die neue Buslinie eXpresso zum Flughafen Stuttgart gliedern sich naldo an.

2002

Einführung des Verkehrsverbunds Neckar-Alb-Donau (naldo) zwischen den vier Landkreisen Tübingen, Reutlingen, Sigmaringen und Zollernalb mit Sitz in Hechingen

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2000

Zur Zeitersparnis werden alle TüBusse mit Fahrscheinautomaten ausgestattet, mit Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer und SVT-Geschäftsführer Manfred Schwarz bei der Einweihung.

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1999

Die Ammertalbahn wird reaktiviert und in den ÖPNV einbezogen. Der SVT beginnt, die Busflotte konsequent mit Rußpartikelfiltern auszustatten. Die ersten drei diesel-elektrischen Busse, Modell Mercedes-Benz O 520 Cito, sind in Tübingen unterwegs.

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Diesel-elektrischer Bus Mercedes-Benz O 520 Cito

1996

Einführung des Semestertickets und der Nachtbusse. 

1995

Gründung des SVT als „Stadtverkehr Tübingen GmbH“, an der die Stadtwerke sowie die Tübinger Busunternehmen Kocher und Schnaith beteiligt sind. So kann das Defizit des ÖPNV mit den Gewinnen der Stadtwerke verrechnet und die Stadtkasse entlastet werden. Rund 9 Millionen Fahrgäste werden auf 14 Buslinien befördert.
 

1992

Die ersten Niederflurbusse für einfacheren Einstieg werden beschafft. Heute steht das Exemplar als Ausstellungsstück im Museum.

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1990

Der Fahrradbus wird eingeführt: Zwei Fahrzeuge für den Fahrradtransport erleichtern den Radlern nun die Tübinger Steigungen.

1989

Einführung von Jahresumwelt- und Semesterkarten. Umstellung der Zielbandanzeigen vom klassischen Rollband auf elektronische Matrix-Technologie.

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Die Fahrziele werden jetzt elektronisch mittels Matrix-Technologie angezeigt.

1988

Die Zahl der Fahrgäste ist in drei Jahren um rund 40 Prozent gestiegen und macht den TüBus zum erfolgreichsten Nahverkehr bundesweit.

1987

Alle Busse im Stadtverkehr erhalten die einheitliche und bis heute charakteristische rot-gelbe Lackierung.

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1986

Einführung der übertragbaren Umweltmonatskarte.

1983

Das neue Stadtverkehrs-Konzept des Verkehrsplaners Wolfgang Lang setzt auf durchgehende Linien, bessere Umsteigemöglichkeiten, kürzere Takte und ein flächendeckendes Liniennetz. Ab 1985 wird es umgesetzt. Der „TüBus“ wird in zahlreichen Kampagnen beworben. Nach und nach werden Monats-, Jahres- und Sonderaktionskarten eingeführt.

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Omnibusbahnhof 1981

1979

Der Schlossbergtunnel entlastet die Innenstadt. Ein Bürgerentscheid stoppt das Projekt einer vierspurigen „Nordtangente“ am Rand der Altstadt.

1978

Die ersten Gelenkbusse sind in Tübingen unterwegs, die 160 Fahrgästen Platz bieten.

Bild: Gelenkbus

1975

Der Einzelfahrschein für Erwachsene kostet 1 DM, für Kinder 50 Pfennig.

1974

Ein Verkehrsgutachten von Prof. Walter Grabe zeigt Schwächen und Möglichkeiten. Kernaussage: Der Nahverkehr lässt sich nicht ohne Subventionen betreiben – kurz: doppelte Dichte, doppelte Kosten. Die Stadt gibt erstmals Zuschüsse. Der Stadtverkehr soll attraktiver werden. Noch enden alle Linien am Europaplatz mit teils langen Wartezeiten für Umsteiger.

1972

Die erste Tübinger Busspur wird an der Einmündung der Post- in die Friedrichstraße eingerichtet.

1970

Umzug der Firma Jakob Kocher von Lustnau ins Industriegebiet Unterer Wert.

1967

Tübingens Innenstadt erstickt am Verkehr. Der ÖPNV ist unpraktisch und unattraktiv. Das Problem: Die Busunternehmer müssen ohne städtische Zuschüsse auskommen und können das Angebot nur schwer ausbauen.

1965

Der Stadtverkehr befördert 2,22 Millionen Fahrgäste. Davon sind 45 % Schüler (2015: 14 %), nur 8 % Studenten (2015: 52 %)

1960

Eröffnung des neuen Omnibusbahnhofs auf dem Europaplatz zwischen Bahnhof und Post. Die Unternehmen Kocher und Schnaith bedienen neun Linien. Dazu kommen Überland- und Fernbusse.

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Sehr übersichtlich: der neue Europaplatz 1961

1958

Die inzwischen neun Buslinien werden zur besseren Unterscheidung durchnummeriert. Die Nutzerzahlen steigen auf 1,4 Millionen Fahrgäste.

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Fahrkartenkauf beim Busfahrer! Quelle: Stadtarchiv, Sammlung Paul Göhner

1953

Die Stadt Tübingen schließt einen Konzessionsvertrag mit den Firmen Jakob Kocher und Paul Schnaith, um den Stadtverkehr auf eine neue Grundlage zu stellen. Ein Taktfahrplan wird eingerichtet, Umsteigen ist mit einer Fahrkarte möglich, Mehrfahrtenkarten gelten für die Busse beider Unternehmer. Einheitlich rot-gelb lackiert, sind nun 15 Fahrzeuge im Stadtverkehr unterwegs.

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Linienbusse der Firma Kocher 1953 (Quelle: Kocher)

1947

Paul Schnaith bedient die neue Linie Tübingen-Bebenhausen, eingerichtet für die Mitglieder des dort tagenden Landtags Württemberg-Hohenzollern. Buslinie zum Versorgungskrankenhaus auf dem Sand.

1945

Nach dem Einmarsch der Franzosen werden die beiden verbliebenen Busse, Wohnung, Büroräume und Garage des „Omnibusverkehrs“ beschlagnahmt. Kocher nimmt mit einem schrottreifen Bus, zusammengebastelt aus Einzelteilen und mit Holzbänken ausgestattet, den Linienbetrieb wieder auf.

1942

Während des Zweiten Weltkriegs sind Material und Treibstoffe knapp. Die Wehrmacht hat den Großteil der Tübinger Busse eingezogen. Dem „Omnibusverkehr Tübingen“ stehen nur noch zwei Fahrzeuge zur Verfügung. Jakob Kocher erhält die Genehmigung für einen weiteren Bus, der mit  Klärgas aus der städtischen Kläranlage betrieben wird.

1939

Paul Schnaith erhält die Konzession für Arbeiterbuslinien zu den Kasernenneubauten in Vaihingen, Möhringen und Sindelfingen. Gleich zu Kriegsbeginn werden Busse der Tübinger Unternehmer für militärische Zwecke beschlagnahmt.

1937

Robert Bauer stirbt verschuldet. Verhandlungen mit Paul Schnaith zerschlagen sich. Dieser betreibt inzwischen Arbeiterbuslinien zu den Kasernenneubauten in Böblingen. Jakob Kocher aus Ehingen/Donau erwirbt den „Omnibusverkehr Tübingen“ für 20.000 Reichsmark. Zwei Wochen später zerstört ein Brand die Autohalle in Lustnau. Kocher ist nicht gegen Feuer versichert. Offenbar war ein Kurzschluss die Ursache. Die Familie, die Stadt und die Firma Kässbohrer helfen. In kurzer Zeit sind alle Buslinien wieder eingerichtet. Neue Linie zwischen Westbahnhof und Burgholzkaserne.

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Stadtbus der Firma Kocher 1938 (Quelle: Kocher)

1936

Robert Bauer gerät in wirtschaftliche Schwierigkeiten, Zuschüsse durch die Stadt gibt es nicht. Die Busse sind überfüllt und in schlechtem Zustand.

1930

Der Omnibusverkehr Tübingen betreibt nun sechs Busse auf sechs Linien. Auf Tübingens Achse Wilhelmstraße – Mühlstraße – Neckarbrücke bündelt sich der gesamte Verkehr von Stuttgart nach Rottweil. Klagen über Staub- und Lärmbelastung häufen sich.

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Busausflug des Kegelclubs Lustnau 1931

1929

Buslinie nach Kusterdingen. Im Dezember werden Haltestellenschilder mit Fahrplänen in der Stadt aufgestellt.

1928

Neue Buslinien nach Wankheim und Immenhausen kommen hinzu. Robert Bauer errichtet in der Lustnauer Harpprechtstraße eine Busgarage. Paul Schnaith, Kolonialwarenhändler und Mostproduzent, betreibt einen Opel-Achtsitzer für Ausflugsfahrten.
 

1927

Der Göppinger Kaufmann Robert Bauer gründet den „Omnibusverkehr Tübingen“. Zwei Busse mit je 16 Sitzen pendeln ab Juni zwischen Lustnau und Derendingen. Verbindungen nach Pfrondorf, Hagelloch, Hirschau und Rottenburg kommen hinzu. Firmensitz ist zunächst der Gasthof zum Ochsen in Lustnau. Die einfache Fahrt von Lustnau zum Hauptbahnhof kostet 20 Pfennig. Der Zustand der Tübinger Straßen ist schlecht.

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Tübinger Stadtbus Ende der 1920er-Jahre (Quelle: Stadtarchiv Tübingen)

1911

Erste Omnibusse fahren dreimal täglich von Tübingen nach Degerloch. Hier können die Fahrgäste nach 1 ½ Stunden Fahrt in die Zahnradbahn nach Stuttgart umsteigen. Einen Linienverkehr in der Stadt gibt es noch nicht.

1909

Otto Henig, der Leiter des Elektrizitätswerks, plant eine Straßenbahn für Tübingen. Doch der Gemeinderat scheut die hohen Investitionen. Auch eine schienenlose elektrische Bahn wird als zu riskant abgelehnt.

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Eine gleislose Bahn wie in Bremen hätte auch in Tübingen fahren sollen (Köhlers Bahnpatente), um 1910

1901

Die Eberhardsbrücke wird für künftigen Straßenbahnverkehr auf 15 Meter verbreitert.

1887

Mit der Mühlstraße entsteht Tübingens zentrale Verkehrsachse.

1861

Tübingen bekommt einen Bahnanschluss.

1850

Regelmäßige Pferdekutsche zwischen Herrenberg und Tübingen.

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Postkutsche vor dem Alten Gymnasium am Lustnauer Tor, um 1870

18. Jahrhundert

Die Postkutsche verkehrt einmal am Tag zwischen Tübingen und Stuttgart und auch in Richtung Süden auf der "Schweizer Straße". Die Fahrt nach Stuttgart dauert sechs Stunden inklusive Pferdewechsel.

Mehr aus der Tübinger Bus-Geschichte

Wann fuhren die erste Busse durch die Stadt? Und wohin fuhren Sie? Wie sah es früher am ZOB aus? Was steckt hinter den Haltestellennamen? Zur Geschichte der Stadtbusse haben wir Bücher und eine Artikelserie veröffentlicht:

  • 90 Jahre Stadtbus – 4-teilige Serie aus dem Kundenmagazin TüWelt 2017
  • Nächster Halt: eine Geschichte. Serie im Blog STADT WERK FLUSS
  • WIR WIRKEN MIT – Seit 150 Jahren: Stadtwerke Tübingen (2012)
  • Mobil für Tübingen – Der TüBus und seine Geschichte (2007)

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